Zwei Sprachen, ein Schild
Wie wir für Halden Rail eine Signaletik-Schrift gezeichnet haben, in der Norwegisch und Schwedisch gleich breit laufen, und warum das wichtiger war als das Logo.
- Mireille Okafor
- 2 Min.

Als Halden Rail uns um eine neue Identität bat, ging es im Briefing um ein Logo. Das Problem war ein Bahnsteig.
Wer am Grenzbahnhof umsteigt, liest auf der einen Seite der Halle norwegische Schilder und auf der anderen schwedische. Die Wörter ähneln sich. Die Layouts nicht. Dieselbe Anweisung brauchte in jeder Sprache unterschiedlich viel Platz, also war jedes Schilderpaar ein Sonderfall, und nichts lag auf einer Linie.
Mit dem längsten Wort beginnen
Wir haben jeden Text gesammelt, der auf einem Bahnsteigschild in beiden Sprachen vorkommt: 1.140 Stück. Dann haben wir nach Länge sortiert und die längsten Paare zuerst gesetzt. Wenn Avgangsinformasjon und Avgångsinformation in derselben Größe auf eine Zeile passen, passt alles Kürzere auch.
Dieser Test hat die Schrift mehr geprägt als jede Skizze. Die normale Breite ist etwas schmaler geworden, als wir sie nur nach Gefühl gezeichnet hätten, und die diakritischen Zeichen sitzen tiefer, damit å, ø und ä die Zeilenhöhe nicht sprengen.

Eine Regel pro Schild
Die Schrift hat die Breite festgelegt. Eine Regel legte die Reihenfolge fest. Jedes Bahnsteigschild liest sich jetzt gleich:
- Richtung
- Ziel
- Zeit
Mehr darf auf ein Bahnsteigschild nicht. Hinweise, Werbung und Sicherheitsmeldungen haben eigene Formate und eigene Orte. Klingt selbstverständlich. Es hat rund ein Drittel der Schilder im Netz überflüssig gemacht.
Die besten Entscheidungen in der Wegeleitung sind die, durch die ein Schild wegfallen kann.
Was wir wieder so machen würden
- Mit echten Texten testen. Ein Pangramm verrät nichts über einen Bahnhofsnamen.
- Erst die Regel, dann das Layout. Die Reihenfolge der Informationen hat mehr für die Lesbarkeit getan als die Buchstabenformen.
- Bewegung in die Richtlinien schreiben. Abfahrtstafeln, App und Bildschirme im Zug zeigen eine Verspätung jetzt gleich, also sieht ein Fahrgast ein Ereignis statt drei.
Das ganze Projekt steht in der Fallstudie zu Halden Rail.

